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In The China Study erläutert Prof. Campbell im Rahmen des China-Cornell-Oxford Project gewonnene Daten sowie ausgewählte, davon unabhängig durchgeführte Studien hinsichtlich der Beziehung zwischen Ernährung und dem Auftreten von Krankheiten.

 

Proteinforschung

T. Colin Campbell begann seine Karriere am MIT, wo er von 1958 bis 1961 daran forschte, das Angebot von hochwertigen Proteinen zu steigern, indem man Kühe und Schafe schneller wachsen ließ. Laut Campbell entsprach dies dem aktuellen Zeitgeist, der in Protein den zentralen Nährstoff sah. Campbell verweist auf eine Reihe von Projekten, die alle zum Ziel hatten, die Protein-Angebot zu erhöhen, unter anderem um den Welthunger zu bekämpfen.

1965 verließ Campbell das MIT und wechselte zu Virginia Tech. Zusammen mit Professor Engel arbeitete er dort an einem Projekt, die Ernährung von philippinischen Kindern zu verbessern. Auch dort stand die Proteinversorgung im Zentrum. Campbell beschreibt die teils dramatische Unterernährung der Kinder. Als leicht verfügbares Eiweiß boten sich laut Campbell Erdnüsse an, doch waren diese häufig mit krebserregenden Aflatoxinen belastet.

Um das Aflatoxin-Problem in dem Griff zu bekommen, beantragte und erhielt Campbell Forschungsgelder vom NIH: ein Projekt sollte epidemiologisch untersuchen, welche philippinischen Kinder an Krebs erkrankten, ein anderes die biochemischen Grundlagen der Krebsentstehung durch Aflatoxine in Ratten untersuchen.

Campbell berichtet, dass in ihrer epidemiologischen Studie überraschenderweise nicht die ärmsten Kinder an Krebs erkrankten, trotz der teils dramatisch hohen Werte an Aflatoxinen in Erdnussbutter. Betroffen gewesen seien vielmehr Kinder aus wohlhabenden Schichten, welche viel tierisches Eiweiß konsumierten.

Zu dieser Zeit sei er auf ein Paper aus Indien (Madhaval et al. 1968) aufmerksam geworden, welches beschreibt, dass von Ratten, die Aflatoxinen ausgesetzt waren, nur diejenigen mit 20 % Protein in der Nahrung Krebs entwickelten. Im Unterschied dazu entwickelte die Vergleichsgruppe mit 5 % Proteinanteil an der Nahrung keinen Krebs.

 

Krebs

Campbell nutzte das NIH-Funding, um nach der epidemiologischen Studie in den Philippinen auch Labor Experimente durchzuführen. Motiviert durch das indische Paper sollte der Zusammenhang zwischen Aflatoxinen, Protein und Krebs tiefergehend erforscht werden.

Campbell beschreibt drei Phasen von Krebs. In der ersten Phase werde Krebs durch Karzinogene, beispielsweise Chemikalien, initiiert. Schon während dieser ersten Phase könne, so die Ergebnisse ihrer Experimente, eine niedrigere Proteinzufuhr über verschiedene Wege die Initiierung hemmen:

  • Weniger Karzinogene gelangen in die Zelle.
  • Zellen vermehren sich langsamer.
  • Enzyme, welche die Karzinogene umwandeln, werden in ihrer Aktivität gehemmt.
  • Die Anzahl kritischer Komponenten der Enzyme wird reduziert.

 

In der Phase des Tumorwachstums habe das Team Foci-Kulturen in vitro untersucht, um Analogieschlüsse auf echte Krebszellen in vivo ziehen zu können. Anhand experimenteller Daten hätte sich gezeigt, dass Eiweiß das Wachstum fördere. Es wirke also als Promotor. Dabei hätte ein Dosis-abhängiger Effekt beobachtet werden können, der einsetzte, sobald mehr Protein konsumiert wurde, als der Körper zum Selbsterhalt brauche.

Campbell erläutert, dass in allen obigen Labor Experimenten, das Milcheiweiß Casein verwendet worden sei. Sein Team prüfte auch Sojaeiweiss und Weizeneiweiss. Keines der beiden förderte die Krebsentwicklung nach der Initiierung.

Nach diesen Ergebnissen beschreibt Campbell, dass auch eine groß angelegte 100-wöchige Studie mit Ratten dasselbe Ergebnis brachte. Auch hier zeigte sich eine hohe Zufuhr an Casein als Krebs-Promotor.

Ein späteres Experiment untersuchte den Einfluss einer Ernährung mit niedrigem Proteingehalt auf Hepatitis-induzierten Leberkrebs mit Mäusen und brachte laut Campbell ein ähnliches Ergebnis. Auch hier war die Menge an Casein für die Krebsentwicklung entscheidend.

Campbell verweist auf Experimente der Kollegen an der Universität Illinois, welche für Casein ähnliche krebsfördernde Effekte bei Brustkrebs in Ratten zeigten.

Campbell nennt vier Gründe, die ihm zu dem Schluss kommen lassen, dass die aufgeführten Experimente für den Menschen relevant sind: 1) den vergleichbaren Proteinbedarf von Ratten und Menschen, 2) die ähnlichen Wirkmechanismen von Protein in Ratten und Menschen, 3) die Menge an Protein, welche das Tumorwachstum fördere, würde auch von Menschen konsumiert, 4) sowohl in Ratten als auch Menschen sei die Phase des Tumorwachsums wichtiger als die der Entstehung. Dies deshalb, da wir ständig Karzinogenen ausgesetzt seien, es jedoch darauf ankomme, ob die geschädigten Zellen danach auch weiter wachsen können.

 

Studien zu China

Um die Theorie des Zusammenhanges von Krebs und Proteinzufuhr auf den Menschen übertragen zu können, brauche es, so Campbell, mehr Evidenz aus Studien mit Menschen.

Dies ergab sich für Campbell im sogenannten China-Cornell-Oxford Project – einer groß angelegten, von der Cornell University, der University of Oxford und der chinesischen Regierung unterstützten epidemiologischen Studie, die in 65 ländlichen chinesischen Bezirken in den 1970er und 1980er Jahre durchgeführt wurde. Die Studie erhob von rund 6.500 Teilnehmern 367 deskriptive Variablen über Ernährung, Lebensstil, Blut und Urin-Biochemie und Sterblichkeitsraten aus rund 300.000 individuellen Todesfällen.

Die Studie wurde im Mai 1990 von der New York Times als „Grand Prix der Epidemiologie“ bezeichnet.

Da im ländlichen China nur 9–10 % der Energie aus Protein stammten und hiervon nur 10 % aus tierischen Quellen, sah Campbell im China-Projekt eine Möglichkeit, die gesundheitlichen Effekte einer überwiegend pflanzenbasierten Ernährung zu studieren.

 

Wohlstandskrankheiten

Campbell beschreibt wie neben Krebs (Brust, Prostata, Enddarm) auch Herz-Kreislauferkrankungen, Fettleibigkeit, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, Osteoporose oder degenerativen Gehirnerkrankungen Folge einer westlichen Ernährung und eines ungesunden Lebensstils sein können.

Bezüglich der Herzgesundheit zeigte sich, dass Chinesen massiv niedrigere Cholesterinspiegel (etwa 127 mg/dL) hatten als Amerikaner (215 mg/dL) und damit auch weniger Herzerkrankungen einhergegangen seien. In Abgrenzung zu den meisten Mediziner geht Campbell davon aus, dass auch tierisches Eiweiß den Cholesterinspiegel erhöhen könne. Den Effekt von Nahrungscholesterin und gesättigten Fetten schätz Campbell hingegen als geringer ein. Dementgegen würden pflanzliche Lebensmittel (wie Vollkornprodukte, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte) das Cholesterin senken.

Für die zu den Autoimmunerkrankungen zählende Typ-1-Diabetes behaupten die Autoren, es gäbe „starke Beweise“, dass diese Erkrankung mit der Ernährung und insbesondere Milchprodukten verbunden sei. Die Fähigkeit des Milcheiweiß, Typ-1-Diabetes auszulösen, sehen die Autoren unter Verweis auf Karjalainen 1992, Akerblom 1998 und Naik 1999 als gut dokumentiert an.

Die Autoren kommen zum Ergebnis, dass die Gesundheitsvorteile umso größer ausfallen, je geringer der Anteil tierischer Nahrungsmittel an der Ernährung ist. Für das Auftreten chronischer Erkrankungen in westlichen Ländern machen sie hauptsächlich tierische Nahrungsproteine im Allgemeinen und Kasein  im Besonderen sowie einen Mangel an Antioxidantien in der Ernährung verantwortlich. Es wird ein Verzehranteil tierischer Nahrungsproteine von höchstens 5 % der Gesamtnahrung empfohlen. Sogar die Verringerung des Anteils tierischer Nahrungsmittel von zehn auf null Prozent der gesamten aufgenommenen Energiemenge bringe gesundheitliche Vorteile. Optimal sei ein Anteil von null Prozent, zumindest für Personen mit einer Prädisposition für eine degenerative Erkrankung.

 

Gesunde Ernährung

Empfohlen wird eine möglichst weitgehende Vermeidung von Tierprodukten in der Nahrung, also eine möglichst vegane Ernährung auf Basis vollwertiger und gering verarbeiteter pflanzlicher Lebensmittel (whole food plant-based diet).

Zusätzlich soll die Aufnahme von verarbeiteten Nahrungsmitteln und raffinierten Kohlenhydraten wie Zucker oder Mehl reduziert werden. Geringe Beimengungen tierischer Produkte halten die Autoren für ernährungstechnisch vernachlässigbar. Außerdem erleichtere es die praktische Anwendung der empfohlene Ernährungsweise, wenn man es bezüglich geringer Mengen an tierischen Produkten entspannt anginge.[37]

Nach Ansicht der Campbells gibt es „praktisch keine Nährstoffe, die nicht besser von Pflanzen geliefert werden könnten“. Dies zeige sich beim Blick auf Cholesterin, Vitamin A, Vitamin D und Vitamin B12,  welches die einzigen „Nährstoffe“ seien, die „tierbasierte“ Nahrungsmittel haben, „pflanzenbasierte“ jedoch „größtenteils nicht“. Cholesterin könne der Körper selber bilden, Vitamin A könne aus dem Vorstoff Beta-Carotin gebildet werden und Vitamin D könne durch Sonnenexposition vom Körper gebildet werden.[38]

Vitamin B12 sei hingegen problematischer. Es werde von Mikroorganismen im Boden und im Darm von Tieren produziert. Das im menschlichen Darm produzierte Vitamin werde jedoch nicht ausreichend aufgenommen, weshalb es empfehlenswert sei, Vitamin B12 mit der Nahrung aufzunehmen. Die Forschung habe „überzeugend gezeigt“, dass Pflanzen, die in „gesundem“ (bio bewirtschaftetem) Boden wachsen, Vitamin B12 leicht aufnehmen. In den USA würde Landwirtschaft jedoch größtenteils auf „relativ leblosem“ Boden stattfinden. In der Auflage von 2006 raten die Autoren denjenigen, die über drei Jahre oder länger keine Tierprodukte essen, oder schwanger oder stillend sind, „bei Gelegenheit“ die Einnahme eines gering dosierten B12-Supplements oder die jährliche Überprüfung der Blutwerte durch einen Arzt zu „erwägen“. In der Auflage von 2016 wird unter denselben Bedingungen zu einer regelmäßigen Einnahme eines gering dosierten Supplements geraten.

 

Ernährungspolitik

Darüber hinaus geben die Autoren Einblicke in das politische Ringen um Ernährungsempfehlungen, wobei sie sich häufig auf eigenes Erleben stützen. Den Autoren zufolge gibt es systemische Probleme in Wissenschaft, Lehre und Regierung, die dazu führen, dass Informationen über die Rolle der Ernährung bei der Vorbeugung von Krankheiten unterdrückt werden.

 

Quellen: 

Internet: https://de.wikipedia.org/wiki/The_China_Study

 

Buch: China Study, T. Colin Campbell, Systemische Medizin, 2017

Was sagen die modernen Ernährungsberater zur vegetarischen und veganen Ernährung

Die Academy of Nutrition and Dietetics, die weltweit grösste Organisation von ErnährungsexpertInnen, schreibt in ihrem Positionspapier zu vegetarischen und veganen Ernährungsformen:

 

“Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschliesslich Schwangerschaft, Stillzeit, früher und späterer Kindheit und Adoleszenz. 

 

Vegetarische Ernährungsformen bieten ernährungswissenschaftlich eine Reihe von Vorteilen. Hierzu zählen niedrigere Werte an gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und tierlichem Eiweiß sowie ein höherer Gehalt an Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Magnesium, Kalium, Folsäure, Antioxidantien wie die Vitamine C und E. 

 

Berichten zufolge weisen Vegetarier niedrigere Körpermassindexe auf als Nichtvegetarier, ebenso ist die Todesrate für Herzerkrankungen geringer. Vegetarier haben darüber hinaus niedrigere Cholesterin-Blutwerte, einen niedrigeren Blutdruck, leiden seltener an Bluthochdruck, Diabetes Typ 2 sowie Prostata- und Darmkrebs.”

 

Soyana-Morchel-Tofuwurst an einer Steinpilz-Sojarahmsauce mit Kartoffeln und Broccolistielen
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Beeren Traum
Beeren Traum

B12 Mangel und Proteine

Es wird immer wieder von Fällen in der Presse berichtet, dass Vegetarier und vor allem Veganer an einem B12 Mangel leiden, beziehungsweise zu wenig Proteine zu sich nehmen. Diese Aussage ist gleichzeitig fachlich richtig und falsch. 

 

Warum? Weil der Mangel nicht auf den Verzicht von Fleisch und Kuhmilch zurückzuführen ist, sondern auf eine unausgewogene Ernährung.

 

Wir haben in unseren Beratungen ebenso viele Menschen mit Vitamin- und Mineralstoffmangel, die Fleisch und Kuhmilchprodukte aller Art konsumieren.

 

Wichtig: Je ausgewogener Ihr Speiseplan ist, desto weniger laufen Sie Gefahr von einer Vitamin- und Nährstoff-Unterversorgung. Wir testen bei jeder Beratung alle Klienten-Innen auf Ihre Werte!

Dinkel Penne mit Tomatensauce, Paprika-Tofu Würfel und selbstgemachten Mozzarella
Dinkel Penne mit Tomatensauce, Paprika-Tofu Würfel und selbstgemachten Mozzarella

Warum wir uns als Familie zu 5 % vegetarisch und zu 95 % vegan ernähren

Angefangen hat alles aus ethischen Gründen. Wenn Sie schon einmal Tierfarmen und Schlachthäuser gesehen haben, beziehungsweise den Tieren in die Augen geschaut haben, wenn sie aus Angst vor dem Tod schreien, dann wissen Sie warum. Früher hatten Tiere auf einem Hof ein gutes Leben, heute sind Tiere „leblose“ Massenware – auch in der Schweiz, ausser auf DEMETER oder einigen BIO Betrieben.

 

Der Prozess weg vom Fleisch ging weiter, als wir uns der enormen Umweltverschmutzung unseres Planeten bewusst wurden. Ein Beispiel: die weltweite Tierproduktion produziert mehr CO2 Ausstoss als alle Fahrzeuge, Schiffe und Flugzeuge der Welt zusammen – verrückt nicht.

 

Stellen Sie sich vor: Von der gesamten Erdoberfläche werden nur 2.5 % für die Herstellung von allem Getreide, Gemüse und Früchte für die menschliche Ernährung bewirtschaftet und genutzt – jedoch 7.5 % für die Herstellung von Tierfutter für Nutztiere. Das regt zum Nachdenken an!

 

Zusätzlich kam noch der Aspekt der körperlichen Gesundheit hinzu. Wenn Sie eine Ausbildung im medizinischen Bereich haben, eine schulmedizinische Grundlagenausbildung ist dazu ausreichend, wird Ihnen sehr schnell bewusst, dass Herzkrankheiten, Diabetes oder Krebs sehr wohl und sehr viel mit dem Essen zu tun haben. 

 

Ein Beispiel: Frauen mit einem Body Mass Index von über 35, also stark übergewichtig, haben eine Wahrscheinlichkeit von 92%, dass sie an Diabetes Typ 2 erkranken.

 

Ob oder wie oft Sie auf tierische Produkte verzichten, bleibt Ihnen überlassen. Wenn Sie den Planeten, die Tiere und Ihren Körper lieben, sollten Sie sich mit dem Konsum von tierischen Nahrungsmitteln ganz klar zurück halten. 

 

Es ist noch gar nicht so lange her, als unsere Grosseltern den Sonntagsbraten kannten – sprich nur einmal pro Woche Fleisch gegessen haben! „Wenig“ Fleisch kann Ihr Körper auch verarbeiten und ein niedrigerer Konsum schont die Umwelt.

Soyana Dinki-Filet an einer Senfsauce mit gratinierten Kartoffeln und Broccolistielen
Soyana Dinki-Filet an einer Senfsauce mit gratinierten Kartoffeln und Broccolistielen
Veganer Hamburger im Dinkel Bun mit Pommes und Zaziki
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Walliser Rösti mit Bärlauchpesto
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